Jura Vaudois

Ste-Croix - Le Suchet - 
Ballaigues - Vallorbe - Le Pont - Col du Marchairuz - St-Cergue - Trélex - Nyon
  

Wanderung Tag 1: 
Ste-Croix - Le Suchet - Ballaigues 
Wanderzeit: 5h Distanz: 17,8km Höhenmeter aufwärts: 572 abwärts: 768  

Wanderung Tag 2:
Ballaigues - Vallorbe - Le Pont - L'Abbaye - Les Bioux - Col du Marchairuz
Wanderzeit: 8h30' Distanz: 31km Höhenmeter aufwärts: 1068 abwärts: 493

Wanderung Tag 3:
Col du Marchairuz - La Neuve - La Couriéry - St-Cergue
Wanderzeit: 4h15' Distanz: 16,6km Höhenmeter aufwärts: 275 abwärts: 680

Wanderung Tag 4:
St-Cergue - Trélex - Nyon
Wanderzeit: 2h40' Distanz: 11km Höhenmeter aufwärts: 21 abwärts: 655

Wir starten in Ste-Croix auf 1086 Meter über Meer. Aber eigentlich beginnt unsere Jurareise bereits viel tiefer, nämlich in Yverdon-les-Bains auf 435 Meter über dem Meersspiegel. Und dieses Yverdon am Neuenburgersee, seinen Thermalbädern und seiner historischen Altstadt wäre wohl alleine schon eine Reise wert.

Mit der "Chemin de fer Yverdon - Ste-Croix" rattern wir gemütlich via Baulmes nach Ste-Croix. Viele Tunnels, Kurven und eine tolle Aussicht machen die Bergfahrt zu einem eindrücklichen Erlebnis. 

Der Kaffee ist hier oben im Jura übrigens immer noch um einiges günstiger als anderswo. Wir hätten ihn aber auch getrunken, wenn er gleich teuer oder teurer als in Bern unten gewesen wäre. Wir sind ja nicht blöd!

In Bern unten, kommt mir dazu in den Sinn, gibt's ja jetzt die lebendige, nach feinen Speisen duftende Markthalle gar nicht mehr. Ganz langsam und unmerklich hat sie sich zu einer Art "Highlight" von Bern gemausert. Das heisst, es gibt sie ja schon noch, aber mittlerweile haben sich die "nicht blöden" Media-Märktler dort eingerichtet. Was solls, das Geld regiert! Egal unter welchen Arbeitsbedingungen die super günstigen Geräte hergestellt werden. Egal wie fahrlässig mit den noch vorhandenen Rohstoffen umgegangen wird. Hauptsache günstig - wir sind ja nicht blöd!? 

Wo sind wir verblieben? Ach ja. Croissant- und Kaffeegestärkt machen wir uns auf den Weg Richtung Mont de Baulmes. Immer wieder halten wir inne und geniessen das herrliche Panorama auf das Gros de Vaud, aufs Freiburgerland, die Alpen und natürlich aufs grossartig anzuschauende Blau des Lac de Neuchâtel. 

Zufrieden erreichen wir am späten Nachmittag das Örtchen Ballaigues. Der Name stammt ursprünglich aus dem lateinischen und bedeutet "schönes Wasser". Der Wandertag, inklusive Anreise, heissem Wetter und vielen neuen Eindrücken, hat uns ziemlich müde gemacht. Das Hotel de la Croix d'Or entpuppt sich als eine sehr gemütliche "Hébergement" und hat eine schöne Gartenterrasse. Eine Gartenterrasse, auf welcher das Thermometer auch nach 22 Uhr noch mehr als 20 Grad anzeigt. Genau so haben wir uns das vorgestellt!

Sehr zu empfehlen ist ein Besuch in der "Grotte de l'Orbe" kurz nach Vallorbe. Die Tropfsteinhöhle ist geräumig und daher auch für Personen, welche an "Höhlenphobie" leiden, durchaus machbar. Ein interessanter Rundweg und eine Mineralienausstellung, im "Schatz der Feen", krönen den imposanten Besuch. 

Hier entspringt auch das Flüsschen Orbe. Ihr Wasser stammt aus den unterirdischen Abflüssen der nahen Seen Lac de Joux und Lac Brenet. Beide dieser Seen haben keine oberirdischen Abflüsse, daher bildete sich bei Vallorbe dieses tolle Karsthöhle. 

Das nächste Highlight erwartet uns in Le Pont am Lac de Joux. Im Winter wird hier, auf etwas über 1000 Meter über Meer, Schlittschuh gelaufen. Jetzt aber, im Sommer, ist der grösste See im Juragebirge einfach nur schön. Eine Ganzkörper-Abkühlung im nicht ganz so warmen Wasser lassen wir dennoch bleiben. Wir scheinen noch nicht genügend Höhenmeter "genossen" zu haben.

Diese folgen nun aber sehr bald. Nach vielen Stunden und gut 30 Kilometern (meist aufwärts gehend), erreichen wir endlich die Passhöhe des Col du Marchairuz. Viel Wind und ein kurz vor der Passhöhe eintretendes Gewitter haben uns ziemlich rangenommen. Und ich frage mich: "Brauche ich das - einen 8 1/2 Stünder...?" 

"L'Hôtel du Marchairuz"! Ausgeschlafen und gut gefrühstückt. So geht's am nächsten Morgen weiter Richtung St-Cergue. Die Sonne scheint schon wieder etwas zwischen den Wolken hindurch und der Wandertag verspricht ein gemütlicher zu werden. Unser Weg führt uns durch ein Naturreservat mit kilometerlangen Trockenmauern. Die Landschaft wirkt zuweilen etwas parkähnlich und vermag gut zu gefallen. 

In St-Cergue herrscht die Tour de Suisse! Wir suchen ein freies Zimmer und bekommen zur Antwort: "Alles ausgebucht, versucht es in Nyon." Wir wollen aber nicht hinunter nach Nyon! Wir wollen oben bleiben - und wir haben tatsächlich viel Glück. Nur unweit vom Dorfzentrum entfernt entdecken wir ein kleines Schild mit der Aufschrift "chambre". Der freundlichen Dame sagen wir ohne zu zögern: "Oui nous prenons", das "lit et petit déjeuné"!!

Die 11 Kilometer hinunter nach Nyon sind bloss noch Zugabe. Wir hatten 4 schöne Tage und waren auf einer tollen Wanderung. Im Jura ist's einfach sauschön!

Fotos teilweise by Gerä (von oben nach unten): Jurafelsen * Rauschendes Wasser * Bahnhof Ste-Croix * I like Jura * Schöne Aussichten * Hôtel de la Croix in Ballaigues * Grotte de l'Orbe * Le Pont am Lac de Joux * Kuhherde * Bienvenue * St-Cergue * Nyon
  
 
Gerhard Assbichler
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Jura (4-Tageswanderung)