Schiltach (326) - Teisenkopf (764) - Salzlecke (760) - Emilshüttel (746) - Schmiedsberger Platz (774) - Oberzwieselberg (842) - Agnesruhe bei Freudenstadt (766)

Distanz: 28 km, Wanderzeit: 8 h, Höhenmeter: 750  

Du solltest in jeder Lebenslage Optimist sein, weisch (weisst Du)! Räffu, Optimist 21. Jahrhundert

Der Kinzig entlang gehend, verlassen wir das hübsche Schiltach bereits wieder.

Heute gilt es gut auf die Wanderschilder achtzugeben. Einige davon sind durch Grünzeug so stark verdeckt, dass man sie fast nicht sieht. Auch dürfte die heutige Wanderetappe kaum an Wasserstellen vorbei führen. Also fülle ich meine beiden 0.75 dl Flaschen bis zum Rand voll. Und einen „Jus d’Orange“ habe ich auch mit dabei. Wir sind gewappnet!  

Schiltach liegt bloss auf 330 Meter über dem Meeresspiegel - daher wohl auch die enorm milden Temperaturen gestern Abend. Logischerweise geht es schon bald bergauf.

Beim Gehen hinter dem Rücken die Hände verschränken macht heute gar keinen Spass. Es sind einfach zuviele saugwillige und zustechende Brämen (Bremsen) unterwegs.

Auf dem Teisenkopf geniessen wir eine schöne Aussicht über den Schwarzwald und auf die fernen Berge.

Der Schmidsberger Platz wäre ein schöner Ort zum Übernachten. Mit Unterstand aber leider ohne Trinkwasser.

Lieber wäre mir jetzt, ich hätte hier den Wanderkollegen Räffu S. wieder getroffen. Dieser scheint sich aber nach einem „Fluchtversuch“ kurz nach der Emilshütte verlaufen zu haben. Kein Wunder, denn auch ich kann bei der vermeintlich entscheidenden Abzweigung kein Wanderschild entdecken. Im Gegensatz zu ihm habe ich aber eine Wanderkarte dabei.

Gewissheit erhalte ich wenig später von zwei mir entgegen kommenden Wandererinnen (Mittelweg-Fernwandererinnen!). Auf meine dahingehende Frage bestätigen sie mir, heute noch keinem Wanderer begegnet zu sein. Und einem mit grossem Rucksack erst recht nicht. Nun denn, der Räffu S. wird’s schon schaffen, denke ich. Der ist ein zäher Hund…

Eine Stunde später klappts dann sogar mit Funkkontakt. Fazit: Er scheint jetzt wieder auf dem richtigen Weg zu sein. Der Rückstand auf die Wanderspitze dürfte sich mittlerweile auf rund zwei Stunden belaufen. Und, last but not least, Wasserstand gleich Null.

Wasserstand gleich Null…? Das ist nicht so gut. Zum Glück gibt’s aber Heidelbeeren und Restwasserflaschen, welche man hin und wieder unterwegs antrifft. Im lauschigen Zwieselberg finden wir nahezu unversehrt zusammen.

Kurz vor Freudenstadt und kurz vor dem Eindunkeln sind die Seile unserer HM’s (Hängematten) straff gespannt. Agnesruhe soll’s heissen, da wo wir „gestrandet“ sind. Ruht hier irgendwo eine Agnes - und wir haben sie nicht gesehen?

Zusammenfassend: Deutlich mehr Action als eingeplant. Die Wanderstrecke ist ziemlich abgeschieden und sehr schön. Der Abschnitt vor Zwieselberg sogar ausgesprochen schön! Eine Königsetappe? Vermutlich schon. Alles in allem ein anstrengender Tag. Die Wertung: Einmal 5 Tagessterne, einmal 4 ½ Tagessterne…
Gerhard Assbichler
Rathausstrasse 41
4410 Liestal
mail@derwanderer.ch
7a Schiltach - Agnesruhe