Schömberg (650) - Langenbrand (672) - Engelsbrand (548) - Büchenbronner Höhe (610) - Herrmannsee (460) - Büchenbronn (466) - Dillweissenstein (286) - Pforzheim Kupferhammer (254)

Distanz: 16 km, Wanderzeit: 4 h, Höhenmeter: 200   

Wer gelernt hat, Bäumen zuzuhören, begehrt nicht mehr, ein Baum zu sein. Er begehrt nichts zu sein, als was er ist. Das ist Heimat. Das ist Glück. Hermann Hesse

Bäume…

Engelsbrand im Enzkreis. Gleichmässig zieht sie ihre Runden - die Traktorfahrerin aus Engelsbrand. Es ist heiss heute. Wie es eigentlich jeden Tag heiss oder zumindest warm gewesen ist, auf unserer Schwarzwaldwanderung. Ausgezeichnet haben wir das mit dem Wetter hinbekommen!

Der Büchelbronner Aussichtsturm wirft einen Schatten auf die Rasenfläche. Wie wär‘s wohl da oben gewesen zum Übernachten? Viel Glück beim Herunterfahren wünschen wir dem jungen Mann aus Somalia oder Eritrea. Er scheint heute zum ersten Mal auf dem Fahrrand zu sitzen. Zum Glück aber weiss er, wo sich die Bremsen befinden.

Beim Hotel/Restaurant Herrmannsee geniessen wir unsere tägliche „Spezi-Pause“ und schauen den Enten beim Baden zu. Im Tierpark gibt’s Wildschweine zu sehen. Also haben wir doch tatsächlich an unserem ersten und letzten Wandertag Wildschweine zu sehen bekommen. Wenn auch bloss hinter den Zäunen…

Kurz vor Pforzheim gelangen wir zum „Dreiburgenweg“. Eine der drei Burgen ist die mittelalterliche Burg Rabeneck, in der auch die örtliche Jugendherberge integriert ist. Dann sind wir da. Wo? Da! In Pforzheim, beim Gasthof Kupferhammer. 252 Meter über Meer, im Südwesten der Stadt. Hier wo sich die Fernwanderer treffen, hier, an der Pforte zum Schwarzwald. Für die meisten ist es der Startpunkt ihrer Reise, für uns der Endpunkt. Fast, denn bis ins Zentrum dauert’s wohl noch eine gute halbe Stunde.

Der „Kupferhammer“ ist gut besucht. Auch kommen wir mit ehemaligen Schwarzwaldwanderern ins Gespräch. Fast scheint es, als diene der Ort für einige dazu, die ankommenden und abreisenden  Fernwanderer zu begrüssen, beziehungsweise zu verabschieden. Uns „Mittelwanderern“ soll’s recht sein, auch wenn wir hauptsächlich von „Westweglern“ umzingelt sein dürften. Umzingelt, na ja? Umzingelt dann doch eher von Motorradfahrern…

Gestärkt durch Maultaschen und Tannenzäpfle nehmen wir den Rest auf Schusters Rappen. Am liebsten wären wir gleich im Kupferhammer geblieben, aber leider führt dieser keine Gästezimmer.

Pforzheim. „18.000 Menschen verloren im Februar 1945 bei einem Luftangriff über Pforzheim ihr Leben.“ Lernen wir; haben wir etwas aus den unzähligen Kriegen gelernt?

Zusammenfassend: Eine Unterkunft in Pforzheim zu finden ist gar nicht mal so einfach. Wir tun dies dennoch und übernachten an der Bahnhofstrasse im Hotel City Garni für 80 Euro das Doppelzimmer mit Frühstück. Die heutige Wanderstrecke war etwas weniger reizvoll als einige zuvor. Die Ankunft beim Kupferhammer ein toller Moment, verbunden mit viel Freude und Zufriedenheit. 8 ½ Tagessterne.
Gerhard Assbichler
Rathausstrasse 41
4410 Liestal
mail@derwanderer.ch
11 Schömberg - Pforzheim