St. Georgen (862) - Gasthof Staude (888) - Windkapf (928) - Fohrenbühl (788) - Mooswaldkopf (880) - Schiltach (326)

Distanz: 28 km, Wanderzeit: 6 ½ h, Höhenmeter: 350   

Die Schönheit ist nicht auf dem Berg, im Himmel, in den Tälern oder im strömenden Fluss. Die Schönheit ist nur da, wo die Liebe ist. Krishnamurti

„Ketterer sind Netterer“. So steht’s geschrieben; auf Bierdeckeln, Gläsern, Werbetafeln und wer weiss sonst noch wo. Den Ruhetag in St. Georgen haben wir genossen. Das rauschende Sommerfest hat Spass gemacht und die Bewirtung im Hotel Kammerer (90 Euro das Doppelzimmer, inkl. reichhaltigem Frühstück auf der Schatten- und Sonnenterasse) war ausgezeichnet. Was will man noch mehr/was wollen Mannen noch mehr?

In der näheren Umgebung von St. Georgen sind viele Walkerinnen und Walker unterwegs. Wir verirren uns im Wald. Das kann nicht sein. Das darf nicht sein. Unmöglich, unglaublich aber wahr. Keine Ahnung warum. Möglicherweise hat irgendwo ein nicht ganz unwichtiges Wanderschild gefehlt? Nette Ketterer-Biker weisen uns zum Glück wieder auf den richtigen Weg, auf den mittleren Mittelweg sozusagen, zum Gasthaus Staude. „Eine Spezi bitte!“ Die obligate Schwarzwäldertorte folgt dann eine Weile später.     

Auf dem Windkapf rotieren die Windräder. Bei jeder Drehung werfen sie einen fahrenden Schatten auf den Boden. Einen Schatten, der für einen kurzen Augenblick das grelle Sonnenlicht unterbricht. Eindrücklich! Am Wegesrand gibt es unzählige Sträucher mit feinsten Heidelbeeren. Das Restaurant „Deutscher Jäger“ lassen wir links liegen. Tönt so hart. Wir kommen in eine Art Marschfieber. Tönt auch hart. Das Gartenrestaurant Adler in Fohrenbühl ist hübsch hergerichtet. Die Blumen blühen und wir schwitzen. Wir verlangen nach Spezi, Kaffee und Schwarzwäldertorte. Nein, diesmal bitte doch keinen „Schwarzwälder“!    

Wir sind nun im lieblichen Kinzigtal angelangt. Die Kinzig, den Fluss, werden wir heute Abend zu sehen bekommen. In Schiltach nämlich, dort wo Kinzig und Schiltach zusammenfliessen. Eine schlicht fantastische Abendstimmung erleben wir im Bergrestaurant Heuwiese. Jungbauer Bäuerle versorgt uns mit feinstem Gerstensaft, Schäufele (flache Schweineschulter) und Kartoffelsalat. Bauer Bäuerle versuchts mit Schnaps und bemerkenswert abenteuerlichen Geschichten. Sein „Erster Zuhörer“ allerdings, bekommt definitiv nicht mehr viel davon mit. Und des ersten Zuhörers Begleiterin, scheint sich zwischen Interesse (an den sagenhaften Geschichten Herrn Bäuerle’s) und Besorgnis (am Zustand des holden Begleiters) noch nicht ganz entschieden zu haben. Wir auf alle Fälle beobachten genau, wer von den beiden eine geschlagene Stunde später vorne links ins Auto steigt.

Noch vor Sonnenuntergang erreichen wir Schiltach. Die Fachwerk- und Flösserstadt Schiltach ist wunderschön und der Gasthof Sonne lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Bis zu später Stunde sitzen wir draussen und geniessen den herrlich milden Abend. Eine wahre Königsetappe!

Zusammenfassend: Ein toller Tag mit vielen Sinneseindrücken. Rotierende Windräder, feine Heidelbeeren, Schäufele bei Bäuerle und (ich weiss, ich wiederhole mich) ein wunderschönes Schiltach, haben es uns angetan. Wir übernachten im „Schwarzwald-Zimmer Nummer 10“ für 78 Euro das Doppelzimmer, inklusive (sie wissen schon) reichhaltigem Frühstück. Auch heute, je 5 Tagessterne!
Gerhard Assbichler
Rathausstrasse 41
4410 Liestal
mail@derwanderer.ch
06 St. Georgen - Schiltach