Furtwangen (872) - Stöcklewaldturm (1068) - Triberger Galgen (1020) - Kreuzweg (950) - St. Georgen (862)

Distanz: 19 km, Wanderzeit: 4 3/4h, Höhenmeter: 400

Ob du eilst oder langsam gehst, der Weg vor dir bleibt derselbe. Fernöstliche Weisheit

Wir haben auch nach dieser Hängematte-Nacht keine Rückenschmerzen. Nicht mal verspannt sind wir. Das ist gut so. Das ist sogar sehr gut so. Noch einmal drehen, zünftig schaukeln und raus aus der Matte. Das Rucksack packen haben wir mittlerweile ordentlich im Griff und es dauert nicht allzu lange, bis wir losmarschieren können.  
Das Süssgebäck im Café am Marktplatz schmeckt ausgezeichnet zum bereits zweiten Kaffee. Bloss der ohrenbetäubende Baulärm müsste nicht unbedingt sein. Da sich das Personal die gute Laune trotzdem nicht verderben lässt, tun wir es ihnen gleich. Ob das Uhrenmuseum in der Furtwangener Uhrenstadt einen Besuch wert gewesen wäre? Wir wissen es nicht.

Räffu S. zitiert Hermann Hesses „Im Nebel“. Was meine Wenigkeit bei diesem tollen, unnebligen Wetter nicht restlos zu überzeugen vermag. Trotzdem bin ich beeindruckt, dass er das Gedicht fast ganz auswendig kann. Er meint, dass er es in der 2. Klasse oder so mal habe lernen müssen. Die vielen Vögel im Wald scheints auch nicht weiter zu stören. Freudiges Gezwitscher begleitet uns auf dem recht breiten Wald- und Feldweg Richtung Stöcklewaldturm.

Das Bächlein am „Quellenwanderweg“ fliesst nur spärlich. Es scheint beinahe, als hätte das heisse und langanhaltend trockene Wetter sämtlichen Quellen den Garaus gemacht.

Äusserst gemütlich und kinderfreundlich präsentiert sich der Stöcklewaldturm. Für einen Batzen lässt sich oben auf dem Turm eine tolle Rundsicht geniessen. Während mein Wanderpartner bereits wieder „das Reissen“ hat, bleibe ich gerne noch eine Weile in der Gartenwirtschaft sitzen. Irgendwie bin ich schon nach diesem kurzen Aufenthalt hier oben, so etwas wie ein „Stöcklewaldturm-Fan“ geworden!

Das Gehen fühlt sich nun samtig weich an. Der Boden  ist mit Tannadeln und Tannzapfen übersät. Ein Eichhörnchen flüchtet auf einen der vielen Nadelbäume. Vor St. Georgen versammeln sich ein knappes Dutzend träger Kühe an einem schattigen Plätzchen. Und in St. Georgen am Bahnhof erwartet mich ein frisch geduschter Räffu S., das Hotelzimmer zu meiner Freude bereits gebucht!

Zusammenfassend: Ein herrlicher Tag. Sehr schöne Wanderung mit Höhepunkt beim Stöcklewaldturm. Überraschung in St. Georgen - Hotelzimmer bereits für zwei Nächte gebucht. Morgen gibt’s einen wanderlosen Ruhetag! Wir freuen uns. Einstimmig je 5 Tagessterne.
Gerhard Assbichler
Rathausstrasse 41
4410 Liestal
mail@derwanderer.ch
05 Furtwangen - St. Georgen