Schluchsee/Riesenbühlturm (1098) - Hinterhäuser (1072) - Lenzkirch (808) - Hochfirst (1190) - Neustadt (828)

Distanz: 20 km, Wanderzeit: 5 1/4h, Höhenmeter: 450

Höhe des Sommers:
Der reife Sommer über Nacht
Will sich zum Feste färben,
Da alles in Vollendung lacht
Und willig ist zu sterben.
Hermann Hesse
 

In der Schutzhütte unterhalb des Aussichtsturmes steht ein verwelkter Blumenstrauss. Als Vase dient die leere Weinflasche vom „Haselbacher Heuchelberg“. Hurtig werden einige Blumen gepflückt und die Verwelkten durch neue ersetzt. Sogar noch etwas Wasser erhält er, der jetzt wieder frische Bund.

Ein letzter Blick hinauf zum Turm, auf welchem wir buchstäblich in der Luft hängend eine unvergessliche Nacht verbringen durften, und weiter geht’s Richtung Lenzkirch. Leider hat der Alpenblick in Hinterhäuser nur für Feriengäste geöffnet. Zumindest aber können wir unsere Flaschen wieder auffüllen und die bereits leicht erhitzen Köpfe abkühlen. Das scheint ja tatsächlich ein Jahrhundertsommer zu werden! Da sehnt man sich ein klein bisschen den Winter herbei. Für Langlauf und Winterwandern scheint’s hier oben im Hochschwarzwald ja nahezu perfekt zu sein.

Scherz, das mit dem Winter – uns gefällt‘s so wie es jetzt gerade ist wirklich Haberschlachter Heuchelberg prächtig! Vor Lenzkirch lockt der Schluchtensteig. 118 Kilometer lang soll der Weg insgesamt sein. Er beginnt in Stühlingen und endet nach ungefähr sechs Tagesetappen in Wehr. Tönt echt spannend finde ich. Räffu S. aber setzt sich lieber neben die Bücherbox auf’s „Lesebänkle“ und will in Ruhe Pause machen. Recht hat er!

Auch unser heutiger Weg führt fast ausschliesslich durch Wald. Von Lenzkirch bis zur Hochfirst sind rund 400 Höhenmeter zu bewältigen. Entsprechend gross ist die Freude beim Erreichen des Rasthauses auf der Hochfirst. Es ist irgendwie schwer, hier oben keine Schwarzwälder Kirschtorte zu bestellen. Eigentlich unmöglich! Auf und hinter dem Aussichtsturm hat man eine phantastische Sicht auf Titisee und Feldberg. Hier sind wir definitiv nicht die Einzigen die ins Schwärmen kommen…

Übernachtet wird heute im Hotel Jägerhaus in Neustadt. Für das Doppelzimmer, inklusive reichhaltigem Frühstücksbuffet, bezahlen wir 76 Euro. Eine Dusche mögen wir durchaus vertragen und gegen ein „richtiges“ Bett haben wir nichts einzuwenden. Alles in allem absolut empfehlenswert. Neustadt selber ist recht ansehnlich. Urchig geht’s im Restaurant Spritzenhäusle zu. Zum Abendessen bei Bier oder Spezi, Kartoffelsalat und Schäufele absolut im grünen Bereich. 

Zusammenfassend: Landschaftlich ausserordentlich schöne Wanderung mit dem Highlight auf der Hochfirst. Viel Wald, die Erde oft rötlich gefärbt. Duschen und chillen (erholen, entspannen, herunterfahren, faulenzen – ich chille, du chillst, Räffu S. chillt, wir chillen…). Aber auch Schlafen mit Duvet in einem richtigen Bett. Je 5 Tagessterne!
Gerhard Assbichler
Rathausstrasse 41
4410 Liestal
mail@derwanderer.ch
03 Schluchsee - Neustadt