Waldshut (342) - Indlekofen (540) - Nöggenschwiel (720) - Föhrenbachmühle (600) - Kreuzsteinhütte/Höchenschwand (968)

Distanz: 21 km, Wanderzeit: 6 ½ h, Höhenmeter: 1000

Man irrt sich nie so leicht, als wenn man glaubt, den Weg zu kennen.
Fernöstliche Weisheit

Gemächlich. Kaffee und Gipfeli in Basel. Zug verpasst! Nochmals dasselbe wie vorher, bitte. Der nächste passt. Rheinfelden, Bad Säckingen und Laufenburg. Alle drei wären einen Besuch wert. Bad Säckingen lassen wir uns nicht entgehen und machen einen Stadtrundgang. Eine Stunde später sitzen wir wieder im Zug und fahren nach Waldshut.

Als wir den historischen Stadtkern von Waldshut verlassen, hat die Sonne ihren Höchststand bereits deutlich überschritten. Unweit vom Bahnhof erreichen wir den Mittelweg. Rote Raute mit weissem Balken auf weissem Hintergrund! Viele solche werden uns in den nächsten Tagen, meist zuverlässig, den Weg weisen.

Um auf dem Mittelweg von Waldshut nach Lenzkirch zu gelangen gibt es zwei Möglichkeiten. Die östliche Route führt über Rothaus, vorbei an der Badischen Staatsbrauerei. Die westliche Route an den schönen Schluchsee. Durch den „Hotzenwald“ kommen wir so oder so. Welchen Weg sollen wir nehmen? Wir entscheiden uns für den Schluchsee und gelangen nach ungefähr einer halben Stunde zum Waldshuter Wildgehege. Die Wildschweine, egal ob jung oder alt, sehen echt freundlich aus. Wir sind gespannt darauf, ob wir auch welche in freier Wildbahn sehen werden.

Den kurzen Abstecher zum oft gerühmten Haselbacher Wasserfall lassen wir bleiben. Einem kühlen „Tannenzäpfle“ im Rosendorf Nöggenschwiel steht aber nichts im Wege. Es tut einfach gut, im Restaurant Kranz unter der Laube zu sitzen und die müden Beine „la Bambele“ zu lassen.  

Bei der Fohrenbachmühle scheinen wir einen falschen Weg eingeschlagen zu haben. Ob’s am zweiten „Tannenzäpfle“ lag? Schwer zu sagen. Auf alle Fälle sind wir vom „Mittleren Weg“ abgekommen. Via Strittberg gehend, gelangen wir erst beim „Kreuzstein“ wieder auf den Mittelweg. Was soll’s, ein Umweg ist es keiner gewesen und die 400 Höhenmeter ab der Fohrenbachmühle hätten wir so oder so noch „erklimmen“ müssen.

Kurz vor dem Eindunkeln sind wir da. Unglaublich, auf 1000 Metern über Meer sind es immer noch beinahe 1000 Grad, sorry 30 Grad. Und wir haben den ersten Tag geschafft. Oder – uns hat der erste Tag geschafft. Egal! Wir liegen bei der Kreuzsteinhütte in der Hängematte und gucken in einen überwältigenden Sternenhimmel.

Zusammenfassend: Ein anderer Weg ist auch ein Weg. Nette Wildschweine im Wildgehege. Tannenzäpfle im Rosendorf. Insgesamt etwas viel Asphaltbelag, sind wir aber nicht ganz unschuldig. 30 Grad und Tausend Sterne. Die Jury vergibt trotzdem nicht Tausend Sterne sondern zweimal 3 ½ Tagessterne.
Gerhard Assbichler
Rathausstrasse 41
4410 Liestal
mail@derwanderer.ch
01 Waldshut - Höchenschwand